KFZ-News

Schweizer-Taschenmesser auf dem Smartphone:
Schaden-Apps der Kfz-Versicherer

Mobile Hilfe in der Unfall-Not: Die Schaden-Apps der Kfz-Versicherungen

Smartphones liegen im Trend. Im vergangenen Jahr haben die Hersteller von Mobiltelefonen laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Kommunikation und neue Medien (BITKOM) erstmals mehr der smarten Geräte verkauft als herkömmliche Mobiltelefone. Das ohnehin große Potenzial der mobilen Alleskönner kann der Smartphone-Nutzer mit kleinen Programmen, sogenannten Apps, noch steigern. Dann wird das Handy wahlweise zum Pilz-Experten, mutiert zur Wasserwaage – oder zum Kfz-Versicherungsspezialisten, mit dessen Hilfe sich ein Schaden schnell und einfach von unterwegs aus regeln lässt.

Möglich machen letzteres die kleinen Smartphone-Helfer verschiedener Assekuranzen. Mittlerweile sind rund zwei Dutzend Konzerne auf den App-Zug aufgesprungen und bieten ihrer Kundschaft die Helferlein zum Herunterladen im Netz an – in aller Regel kostenlos.

Die kleinen Hilfsprogramme ersparen lästigen Papierkram

Wer das Programm seiner Assekuranz auf dem Handy hat, kann sich bei der Schadensmeldung den lästigen Papierkram sparen. Herzstück der meisten Schaden-Apps ist die mobile Übermittlung des Schadens. Der Kunde kann in der Regel einen kurzen Text zum Unfallhergang ins Smartphone eingeben. Außerdem lokalisiert das Handy per GPS den exakten Unfallort. Oft können auch mit dem Gerät aufgenommene Bilder vom Unfall direkt hochgeladen werden; Skizzen ermöglichen eine grafische Abbildung des Geschehens. Zusätzlich kann der Versicherer die Daten der Unfallbeteiligten sowie möglicher Zeugen übermittelt bekommen.

Daneben bieten die meisten Versicherer-Apps ein Hilfe-Tool an, das beispielsweise eine kurze Erste-Hilfe-Anleitung, den direkten Draht zur Versicherung sowie wichtige Notfallnummern parat hält. Den „Digital Natives“ kommt dieser Service sicherlich entgegen, erleichtern die kleinen Programme ihnen den Umgang mit einem Autounfall doch erheblich. Und die Versicherung kann sofort mit der Regulierung des Schadens beginnen, spart so Zeit und Verwaltungsaufwand. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Viele Apps glänzen mit Zusatzfunktionen

Einige der kleinen Programme sind neben der reinen Schadensabwicklung mit weiteren Gadgets aufgerüstet. Ob Taschenlampenfunktion, Bußgeldrechner, Parkplatzfinder, Tempolimits im Ausland oder der Warnhinweis, dass die Parkuhr demnächst abläuft: Viele Apps sind so multifunktional wie ein Schweizer Taschenmesser.

Die meisten Versicherer bieten ihre App für die Betriebssysteme Android sowie iOS von Apple an. Weniger verbreitet ist die Nutzungsmöglichkeit für die Windows-Plattform. Auf den Seiten der Unternehmen wird meist im Kfz-Servicebereich auf die kleinen Helferlein hingewiesen. Herunterlanden kann sich der Versicherungskunde das Programm jedoch nur über den jeweiligen App-Store.

Verbraucherschützer warnen vor vorschnellem App-Gebrauch

Der Großteil der Programme ist mit verständlichen Grafiken und klarer Menüführung benutzerfreundlich aufgebaut. Doch vor dem vorschnellen Einsatz warnt etwa Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Rechtsanwältin gab laut einem Bericht der Financial Times Deutschland bereits 2011 zu bedenken, dass die Versicherungskunden ihren Versicherungsschutz schnell verlieren oder zumindest Leistungen gekürzt werden können, wenn sie im Eifer des App-Gefechts versehentlich falsche oder unvollständige Angaben zum Schaden machen.

Die Smartphone-App dient als nützliche Gedächtnisstütze, Helfer in der Not und Archivar. Doch der Versicherte sollte den Unfall erst einmal sacken lassen, später zu Hause den Hergang noch einmal rekapitulieren, eventuell Angaben ergänzen, die Meldung noch einmal genau auf Fehler überprüfen – und erst dann auf den Sende-Knopf drücken. Alternativ kann die Schadensmeldung auch weiterhin in Papierform übermittelt werden.

Speziell für Autofahrer gibt es noch zahllose weitere mehr oder weniger sinnvolle Apps. Viele von ihnen sind ebenfalls kostenfrei, wie zum Beispiel die Parkscheiben-App. Damit wird Ihr iPhone zur digitalen Parkscheibe. Fragt sich nur, ob es klug ist, das sündhaft teure Ding wirklich unbeaufsichtigt hinter die Windschutzscheibe des parkenden Wagens zu legen. Für Spielkinder haben etwa Mercedes, Seat, VW, Audi und BMW zusätzlich kostenlose Rennspiele mit den Modellen der jeweiligen Marke ersonnen. Daneben bieten einige Hersteller auch witzige Spritspar-Apps an, etwa Toyota mit seiner Wasserglas-App. Hier schwappt das Wasser im Glas virtuell auf dem Smartphone über, sobald der Fahrer einen ruppigeren Fahrstil an den Tag legt.

Quelle: www.check24.de/kfz-versicherung/